„Jugend ohne Gott“

EIN DURCH UND DURCH HORVÁTH´SCHER ABEND

Mittwoch 2. März 2016

 

Bildschirmfoto-2015-11-22-um-15.58.55.png 1937 erschien der dritte Roman Ödön von Horváths mit dem Titel „Jugend ohne Gott“. Liest man ihn heute, bekommt man Gänsehaut, scheinen die Themen „Ausgrenzung, Rassismus, Denunziantentum und Heuchelei“ heute ebenso aktuell, wie damals. Das Restaurant Horváth am Kreuzberger Paul-Lincke-Ufer ist nach diesem wichtigen österreichisch-ungarischen Literaten benannt und es ist ein großartiges Zeichen, dass die Betreiber Sebastian Frank (3 Hauben und 2 Sterne) und Jeannine Kessler dieses brisante Thema aufgreifen und in Kooperation mit Roman Steger und Martin Wall von der „Speisekammer“ in Wien (2 Hauben) einen literarisch-kulinarischen Abend kreiert haben.

Schön war´s!

Roman Steger und Martin Wall führen Sie mittels Texten und ihren persönlichen Eindrücken durch diese Kriminalgeschichte in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg. Die Situationen und Stimmungen des Romans dienen auch als Inspiration für die servierten Gerichte von Sebastian Frank. So entstehen Landschaften und Stimmungen am Teller. Die Struktur der schnell aufeinanderfolgenden kurzen Szenen schlägt sich in den rasch wechselnden kulinarischen Erlebnissen wieder. sebastian_frank_horvat_berlin.pngSeit März 2015 gestaltet Roman Steger gemeinsam mit Martin Wall in der Speisekammer-Reihe „Literatur & Essen“-Abende. Bisher fanden „Franz Kafkas Amerika“ (03/2015) und „Eine Annäherung an Marcel Proust: Erinnerungen an eine verlorene Zeit“ (06/2015) statt.

„In der Küche entstehen Emotionen“, sagt Sebastian Frank, Berlins jüngster Sternekoch. Für den gebürtigen Österreicher war es schon als Kind selbstverständlich, am Herd zu stehen. Als 13-Jähriger findet er sich allein unter 15 Mädchen im Hauswirtschaftskurs der Schule wieder und weiß sofort, dass er in der Küche seine Berufung gefunden hat. Die Ausbildung absolviert Frank im Vier-Sterne-Hotel „Wende“ in Neusiedl am See, es folgt mit dem „Steirereck“ in Wien das beste Restaurant Österreichs, und nur wenige Jahre später arbeitet er bereits als Sous-Chef im namhaften „Interalpen Hotel Tyrol“.

Im Jahr 2010 folgt Sebastian Frank seiner Freundin Jeannine nach Berlin – ohne einen neuen Job in der Tasche, aber mit der festen Überzeugung, dass ihm alle Möglichkeiten offen stehen. Und so kommt es schließlich auch, nach ersten Anlaufschwierigkeiten folgt schnell der Aufstieg. Sebastian Frank wird mit 29 Jahren Küchenchef im traditionsreichen Restaurant Horváth, hier erkocht er sich innerhalb nur eines Jahres seinen ersten Stern des Guide Michelin. Doch das Jahr 2011 hat noch mehr zu bieten, Frank gewinnt den Wettbewerb „Koch des Jahres“ und sein Sohn Oliver kommt zur Welt. Der Gault Millau listet das Horváth mit 17 Punkten und adelt Frank mit dem Titel „Berlins kreativster Küchenchef“. Mehr geht nicht, möchte man meinen – aber der Österreicher ist noch lange nicht am Ziel. An Silvester 2013 gibt es wieder etwas zu feiern, Sebastian Frank und seine Lebensgefährtin Jeannine Kessler stoßen darauf an, ab dem 1. Januar 2014 die neuen Inhaber des Horváth zu sein. Im selben Jahr freuen sich die beiden über die Geburt ihrer Tochter Luisa. Privates und berufliches Glück scheinen untrennbar miteinander verbunden zu sein,horvath_w und gemeinsam macht das Paar das gemütliche Lokal, das ohne Prunk und Protz auskommt, zu einem der führenden Gourmet-Restaurants der Stadt– mitten im Szene-Viertel Kreuzberg. 2015 gab es dann erneut einen Grund zum Feiern: Sebastian Frank bekommt vom Guide Michelin den zweiten Stern verliehen und so gehört er zur absoluten Elite Deutschlands. Was für eine Karriere!

 

Mittwoch, 2.März 2016
Restaurant Horváth – Paul-Linke-Ufer 44A – 10999 Berlin
Einlass: 18.30 Uhr – Beginn: 19.00 Uhr

Tickets: 159.- EURO

eat! Berlin
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