Wenn man an Südafrika denkt, hat man sofort Sonne im Gesicht, Salz in der Luft und Chenin Blanc im Glas. Und genau dieses Gefühl will das Team des Sly in Berlin-Friedrichshain beim diesjährigen eat! berlin Abend auf die Teller bringen. Ein Fünf-Gang-Menü, das so viel Fernweh in sich trägt, dass man eigentlich gleich den Koffer packen möchte – wären da nicht die Weine vom legendären Weingut Neethlingshof aus Stellenbosch, die schon nach dem ersten Schluck dafür sorgen, dass man am liebsten einfach sitzenbleiben möchte.
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SUNNY SIDE – SÜDAFRIKA IN FRIEDRICHSHAIN


Petersburger Str.16 | 10249 Berlin
Der Abend steht unter dem Motto „Zwei Kontinente, ein Geschmack von Zuhause“. Denn die kulinarische Brücke zwischen Kapstadt und der Hauptstadt Berlin schlagen gleich mehrere Menschen, die wissen, was Sonne, Seele und Substanz in einem Menü bedeuten. Da ist Reggie Perkins, der sensationelle Önologe aus Südafrika, der seine Weine kennt wie andere ihre Kinder. Ob Chenin Blanc oder Pinotage – jeder Jahrgang trägt seine eigene Geschichte, erzählt von Meeresbrisen, Renosterveld-Vegetation und dem ewigen Spiel aus Wärme und Wind. Perkins bringt diese Geschichten mit, in Form von Flaschen, die mehr nach Freiheit schmecken als nach Arbeit. Zu einigen Gängen werden sogar zwei Weine parallel serviert, um die Vielfalt der südafrikanischen Weinwelt erlebbar zu machen. Eine Art Liquid- Tasting-Safari, ganz ohne Sonnenschutzfaktor Gekocht wird er an diesem Abend von Pirkko Stenzel-Zorn, einer Köchin, die zwar in Deutschland geboren ist, aber schon früh nach Südafrika gezogen ist. Dort hat Sie über 20 Jahre gelebt und unter anderem im Grand Roche Hotel, einer der besten Adressen in Paarl, ihr Handwerk gelernt. In Berlin hat Sie dieses dann unter anderem im Palazzo und im Pullman Schweizerhof verfeinert. Seit einigen Jahren ist sie Sous Chefin im Strandhotel Dünenmeer, doch für diesen Abend kehrt sie kulinarisch heim: auf ihren Kontinent, in ihre Geschmackswelt. Und wer einmal gesehen hat, wie Pirkko mit Chili, Zitronengras und Koriander umgeht, versteht, dass Würze auch immer etwas mit Gefühl zu tun hat. Unterstützt wird Pirkko von Matthias Meier, dem sympathischen Küchenchef des Sly Restaurant. Er hat schon mehr Küsten gesehen als die meisten Kreuzfahrtreisenden zusammen – was kein Zufall ist, denn er hat lange selbst auf Kreuzfahrtschiffen gekocht. Geboren in Hameln, kulinarisch geprägt auf Malta, in Neuseeland, Australien und Hamburg. Einer, der die Aromen der Welt kennt, aber in Berlin angekommen ist. „Kochen ist für mich Freude und Leidenschaft, manchmal auch Entspannung“, sagt Meier. Wer ihn beim Anrichten beobachtet, merkt: Das stimmt. Dass das Ganze nicht zur steifen Verkostung gerät, dafür sorgt Sunny Bruchwalski, charmant, quirlig und im Sly für alles zuständig, was fließt, funkelt und Freude macht. Früher im NoName, heute das Gesicht und die Gastgeberin eines Hauses, das die Balance aus Lässigkeit und Niveau beherrscht. Sie bringt Wein und Gäste zusammen, als hätte sie’s erfunden. Und dann wäre da noch Neethlingshof, eines der ältesten Weingüter Südafrikas, gegründet 1692 von einem deutschen Siedler. Heute gehören dazu 100 Hektar Reben, Böden mit Namen wie Oakleaf und Villafonté, und eine Biodiversitätsstrategie, die klingt wie Poesie mit Pflanzplan. Kein Zukauf, kein Kompromiss, volle Hingabe an das, was aus der Erde kommt. Wer genau hinhört, hört beim Schlucken vielleicht sogar das Rauschen des Atlantiks.
Fünf Gänge, sechs Weine, vier Persönlichkeiten, zwei Kontinente – und ein Abend, der beweist, dass kulinarische Geografie keine Grenzen kennt. Wenn also jemand fragt, ob man Sonne servieren kann – ja, man kann. Im Sly. Mit einem Lächeln, das so hell ist wie das Licht über Stellenbosch.



