Man kann sagen, was man will: Wenn Sachsen ruft, dann ruft es mit Geschmack. In diesem Fall antworten gleich zwei Männer, die im kulinarischen Dresden so etwas wie Institutionen sind – der eine steht am Herd, der andere am Flaschenöffner. Sternekoch Stefan Hermann, der Meister feiner Saucen, der schon in der Schwarzwaldstube bei Harald Wohlfahrt das Braten gelernt hat, bringt seine berühmten Signature Dishes mit nach Berlin. Und Jens Pietzonka, der Mann mit dem besten Flascheninstinkt des Ostens, öffnet dazu seine Lieblingsweine aus Sachsen. Das Ganze findet nicht etwa im Elbtal, sondern mitten in der Hauptstadt statt: im Restaurant Bob & Thoms in der Welserstraße, wo Gastgeber Oliver Körber mit dem Charme eines Mannes serviert, der weiß, dass er seinen Gästen gerade einen besonders guten Abend beschert.
EIN EINGESPIELTES TEAM


Welserstraße 10-12 | 10777 Berlin
Stefan Hermann hat in seinem Leben so viele einzigartige Stationen durchlaufen, dass man sich fragt, wie man das alles in einen Lebenslauf kriegt: Schloss Höfingen, Regent Hotel London, Schwarzwaldstube, Schloss Daun – und dann Dresden, wo er im bean&beluga in Rekordzeit den Stern holte. Heute ist er Patron, Unternehmer, Genussvermittler und wahrscheinlich der einzige Mensch, der die feine Dresdner Schule in die Berliner Luft verpflanzen kann, ohne dass irgendjemand meckert. Er kocht Gerichte, die Handwerk atmen, Tradition schmecken und trotzdem nie alt aussehen – quasi Haute Cuisine mit Heimatgefühl.
An seiner Seite: Jens Pietzonka, dreifacher „Sommelier des Jahres“, Weinbotschafter, DFB-Sommelier und wandelndes Lexikon der Rebsorten zwischen Meißen und Pillnitz. Er bringt mit, was Sachsen in den letzten Jahren zum spannendsten Weinland des Ostens gemacht hat – Weine mit Herkunft, Mineralität und Charakter, so elegant wie ihre Terrassenlagen an der Elbe. Dass Pietzonka einst die Weinzentrale Dresden führte, merkt man: Er schenkt keine Weine ein, er erzählt Geschichten. Und zwar solche, bei denen man ganz automatisch einen zweiten Schluck nimmt.
Damit das Ganze auch wirklich in Berliner Tempo läuft, sorgt Gastgeber Oliver Körber für die richtige Balance zwischen Gourmetabend und guter Laune. Der Potsdamer ist so etwas wie der menschgewordene Servicegedanke – aufmerksam, humorvoll und blitzschnell mit dem richtigen Spruch zur Stelle. Komplettiert wird das Team von Küchenchef Ruben Pahl, der mit ein paar eigenen Gängen zeigt, dass das Bob & Thoms längst in der Liga der großen Geschmacksmacher spielt.
Ein Abend also, an dem Sachsen und Berlin beweisen, dass man auch ohne Elbpanorama glänzen kann. Nur mit einem Glas Weißburgunder, einem perfekt angerichteten Teller – und Menschen, die wissen, wie man Genuss inszeniert, ohne großes Theater.




