Blend“ heißt nicht nur das Restaurant im Pullman Berlin Schweizerhof, sondern ist auch das Thema des Abends. Und das gleich doppelt. Denn hier geht es ums Vermischen, Verschmelzen, Verblenden – im allerbesten Sinne. Küchenchef Marco Müggenburg bringt die Aromen seiner Küche so harmonisch zusammen, dass man sie kaum mehr auseinanderhalten will. Und Weinprofi Dirk Behrens tut es ihm gleich – allerdings im Glas. Gemeinsam mit den Gästen wird er Weine cuveetieren, also eigene Mischungen komponieren, bei denen aus Einzeltalenten große Gesamtkunstwerke entstehen. Dabei werden die Cuvées abgestimmt auf den jeweiligen Gang. Mehr Säure, mehr Holz, mehr florale Noten?
BLEND


im Hotel Pullmann Schweizerhof
Budapester Straße 25 | 10787 Berlin
Behrens, der seit Jahren mit feiner Nase, klarem Gaumen und viel Humor im Raum Hannover Weinseminare gibt, verrät an diesem Abend, worauf es wirklich ankommt: auf Balance, Spannung, Charakter und das gewisse „Ah!“. Dafür werden die Weine zunächst rebsortenrein verkostet – man lernt sie kennen wie Musiker einer Band vor der ersten Probe. Dann kommt der große Moment: Unter seiner Anleitung mischen die Gäste selbst. Ein bisschen Merlot hier, ein Spritzer Cabernet da – und schon ist sie da, die eigene Handschrift im Glas. Und ja, Dirk Behrens sieht dabei natürlich blendend aus. Kulinarisch sorgt Marco Müggenburg für die Bühne. Acht Jahre stand er im Duke am Herd, fünf davon als Sous Chef unter Florian Glauert. Davor lernte er das Handwerk bei den Großen: Franz Raneburger im Schloss Glienicke, Marco Müller im Rutz, später im Skykitchen. Heute leitet er die Küche im Blend Restaurant, wo internationale Einflüsse, lokale Zutaten und pure Lust am Kombinieren zusammenkommen. Sein Menü ist so komponiert, dass jeder Gang eine neue Herausforderung für die selbstgemachten Cuvées bietet: mal feingliedrig und duftig, dann wieder kräftig, erdig, fordernd. Der Abend wird so zu einer kleinen Weinwerkstatt mit Gourmetbegleitung, bei der man am Ende nicht nur satt und glücklich ist, sondern auch ein bisschen klüger.
Nach diesem Abend sind wir alle weinmäßig erleuchtet. Quasi geblendet vom Licht der Erkenntnis, wie bei Platons Höhlengleichnis. Geblendet und voraussichtlich haben wir alle auch angemessen die Lampe an.


