Wenn Mauern sprechen könnten, würde dieser Abend im Rahmen der eat! berlin ewig dauern. Kloster Eberbach ist zu Gast in Berlin und bringt alles mit, was seinen Ruf seit Jahrhunderten prägt: Geschichte, große Weine und Menschen, die wissen, wie man Tradition zeitgemäß einschenkt. Auftakt ist im Il Kino mit dem Filmklassiker „Der Name der Rose“, der teilweise im Kloster gedreht wurde und dessen düstere Bilder untrennbar mit den romanischen Gängen und Kreuzgewölben des ehemaligen Zisterzienserklosters verbunden sind. Bevor auf der Leinwand gemordet und gemunkelt wird, perlt im Foyer der Sekt. Ein Signal, dass es an diesem Abend weniger um Ehrfurcht als um Genuss geht.
FILM AB – FLASCHE AUF!


Nansenstraße 22 | 12047 Berlin
Das Kloster Eberbach gehört seit 1998 der Stiftung Kloster Eberbach, die das historische Ensemble bewahrt, zudem beheimaten die Klostermauern auch das VDP.Weingut Kloster Eberbach, das zu den bedeutendsten Weinbetrieben Deutschlands zählt. Die Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach bewirtschaften ursprünglich rund 238 Hektar Rebfläche (akutell etwas über 180ha) und sind damit das größte zusammenhängende Weingut des Landes. Dass Größe hier nicht zu Beliebigkeit führt, sondern zu Profil, zeigt sich im Glas. Maßgeblich dafür verantwortlich ist Kathrin Puff, seit 2018 Chefönologin des Weinguts. Ausgebildet in Geisenheim und Udine, geprägt von Stationen in Italien, Neuseeland und Thailand, stehen ihre Weine für Präzision und Langlebigkeit. Besonders der Riesling vom Steinberg erzählt eindrucksvoll, wie viel Geschichte in einer Lage stecken kann. Ihr Cabernet Sauvignon und der Steinberger Wild Ferment Riesling Naturwein hingegen stehen für die Innovation, die Kathrin in dem traditionsreichen Weingut angestoßen hat.
Mit nach Berlin kommt auch Christine Müller, die ab 2026 die Geschäftsführung der Hessischen Staatsweingüter übernimmt. Als Winzerin in vierter Generation verbindet sie handwerkliche Bodenhaftung mit strategischem Blick und will Kloster Eberbach behutsam weiterentwickeln. Begleitet wird sie vom Stiftungsvorstand mit Julius Wagner, der die Verantwortung für das bedeutendste Kulturdenkmal Hessens trägt.
Nach dem Film wechselt die Szenerie von Klostermauern zu urbanem Beton. In der Barkin’Kitchen trifft der Rheingau auf Kreuzberg. Hinter der Location steht Bark Berlin Culinary, gegründet von Frederik Jagla und Antonio Rilling, die Gastronomie, Events und Kulinarik seit Jahren miteinander verweben. Jagla bringt klassische Kochausbildung (im Hotel Adlon) und Hotelmanagement-Erfahrung mit, Rilling kommt aus Marketing und Eventkultur. Gemeinsam haben sie aus der Barkin’Kitchen einen Ort gemacht, an dem Küche, Bar und Bühne verschwimmen. Jagla und Rilling sind nicht nur tolle Gastronomen, sondern auch wahnsinnig sympathische Menschen und das ist für uns nicht minder wichtig. Ergänzt wird das Team durch den Küchenchef Jan Rzehak. Auch er bringt eine ganze Menge Sterneerfahrung mit und hat zuvor im Restaurant Fealt und dem Cookies Cream gearbeitet.
Hier bildet ein viergängiges Menü den Rahmen für eine umfangreiche Weinverkostung mit Weinen aus Kloster Eberbach. Kino, Kloster und Küche fügen sich zu einem Abend, der zeigt, wie gut Geschichte schmecken kann, wenn man sie nicht ins Museum stellt, sondern an den Tisch bittet.



