Über den Dächern Berlins, im 14. Stock des InterContinental, funkelt ein Stern – und das schon seit 1999. Jetzt bekommt dieser eine neue Umlaufbahn. Denn im Hugos wird der Löffel nicht abgegeben, sondern weitergereicht: Eberhard Lange, seit 1998 im Haus und seit 2015 Küchenchef, übergibt an seinen langjährigen Sous Chef Johannes Gehrich. Es ist kein abruptes Goodbye, eher ein sanfter Staffelstab- Moment mit freundschaftlichem Respekt und Handdruck – und natürlich einem Menü, das den Wandel feiert, nicht betrauert.
GENERATIONSWECHSEL



Budapesterstraße 2 | 10787 Berlin
Eberhard Lange, der der Berliner Gourmet- Szene so vertraut ist wie der Blick auf den Zoo und den Fernsehturm, hat das Hugos geprägt: ruhig, präzise, charmant im Ton, aber mit Herzblut bis ins letzte Detail. Sein Stern? Stabil wie seine Hollandaise. Und jetzt – nach fast drei Jahrzehnten – sagt er nicht „Tschüss“, sondern eher: „Mach mal weiter, Johannes!“
Johannes Gehrich, seit 2016 im Team und seit 2022 Sous Chef, ist längst kein Unbekannter mehr. Ausbildung im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg, Stationen im La Rive in Amsterdam und im Cinco by Paco Pérez in Berlin – Gehrich bringt frische Energie, internationale Prägung und ein ebenso präzises Handwerk mit. Ab Anfang 2026 führt er die Küche offiziell und tritt in die großen Fußstapfen Langes, so wie dieser einst in die von Vorgänger Thomas Kammeier trat. Auch im Glas findet ein Generationswechsel statt – und zwar im Doppelpack. Denn Franz Wehrheim vom VDP.Weingut Dr. Wehrheim in Birkweiler (Pfalz) und Aurelia Wehrheim-Hamm vom Weingut Hamm im Rheingau sind nicht nur beruflich, sondern auch privat ein Team. Beide haben die elterlichen Weingüter übernommen und führen sie nun mit frischem Wind und klarer Linie in die Zukunft. Statt Konkurrenz gibt’s Kooperation, statt Eifersucht Cuvée: Zwei Familien, zwei Regionen, ein gemeinsames Ziel – große Weine mit der Fortsetzung der Qualitätsversprechen der Vorgänger-Generationen.
Wenn also die Sonne über Berlin untergeht, im Hugos die Gläser klingen und die Teller als kleine Kunstwerke über den Pass gehen, dann ist das mehr als ein Abendessen. Es ist ein symbolischer Wechsel – vom Bewährten zum Kommenden, vom Alleingang zur Allianz. Die Gäste dürfen sich auf ein Menü freuen, das den Wandel schmeckbar macht: klassisch, elegant, aber mit diesem Funken Neugier, der alles verändert. Und dazu Weine, die erzählen, dass auch Tradition keine starre Größe ist, sondern eine, die wächst – wenn man sie lässt. Getrunken werden auch Weine der letzten 3 Generationen. Eine Symbiose aus Stilistik, Reife und Terroir.


